Livre
Jacques
Ancien Testament
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ELB1905
Elberfelder 1905
Ancien Testament
Seid nicht viele Lehrer, meine Brüder, da ihr wisset, daß wir ein schwereresUrteilempfangen werden; denn wir alle straucheln oft.
Wenn jemand nicht im Worte strauchelt, der ist ein vollkommener Mann, fähig, auch den ganzen Leib zu zügeln.
Siehe, den Pferden legen wir die Gebisse in die Mäuler, damit sie uns gehorchen, und lenken ihren ganzen Leib.
Siehe, auch die Schiffe, die so groß sind, und von heftigen Winden getrieben werden, werden durch ein sehr kleines Steuerruder gelenkt, wohin irgend der Trieb des Steuermanns will.
So ist auch die Zunge ein kleines Glied und rühmt sich großer Dinge. Siehe, ein kleines Feuer, welch einen großen Waldzündet es an!
Und die Zunge ist ein Feuer, die Welt der Ungerechtigkeit. Die Zunge ist unter unseren Gliedern gesetzt,als die den ganzen Leib befleckt und den Lauf der Naturanzündet und von der Hölle angezündet wird.
Denn jede Natur, sowohl der Tiere als der Vögel, sowohl der kriechenden als der Meertiere, wird gebändigt und ist gebändigt worden durch die menschliche Natur;
die Zunge aber kann keiner der Menschen bändigen: sie ist ein unstetes Übel, voll tödlichen Giftes.
Mit ihr preisenwir den Herrn und Vater,und mit ihr fluchen wir den Menschen, die nach dem BildeGottes geworden sind.
Aus demselben Munde geht Segenund Fluch hervor. Dies, meine Brüder, sollte nicht also sein.
Die Quelle sprudelt doch nicht aus derselben Öffnung das Süße und das Bittere?
Kann etwa, meine Brüder, ein Feigenbaum Oliven hervorbringen, oder ein Weinstock Feigen? Auch kann Salziges nicht süßes Wasser hervorbringen.
Wer ist weise und verständig unter euch? Er zeige aus dem guten Wandelseine Werke in Sanftmut der Weisheit.
Wenn ihr aber bitteren Neidund Streitsucht in eurem Herzen habt, so rühmet euch nicht und lüget nicht wider die Wahrheit.
Dies ist nicht die Weisheit, die von oben herabkommt, sondern eine irdische, sinnliche,teuflische.
Denn wo Neidund Streitsucht ist, da ist Zerrüttungund jede schlechte Tat.
Die Weisheit aber von oben ist aufs erste rein, sodann friedsam, gelinde, folgsam,voll Barmherzigkeit und guter Früchte, unparteiisch,ungeheuchelt.
Die Frucht der Gerechtigkeit in Frieden aber wird denen gesät,die Frieden stiften.